Various: Alter! Das Album Berlin Punk Sampler 1981-1986, LP (Vinyl)
Various: Alter! Das Album Berlin Punk Sampler 1981-1986, LP (Vinyl)
€34.90
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Various
Alter! Das Album Berlin Punk Sampler 1981-1986
Disaster Area
Harnröhrer
Honkas
Marplots
Vorkriegsjugend
und 5 weitere ...

  • LP (Vinyl)
  • Germany
mit Insert / with insert
  • Pogar
  • (POGAR X2)
  • 14 Tracks
  • EAN 0718751579217
  • EX / EX
  • used
  • minor surface marks on vinyl, moderate shelf wear on sleeve, writing on the inside of the sleeve

tracks

A1

Vorkriegsjugend
Vaterland

A2

Vorkriegsjugend
Rache

A3

Vorkriegsjugend
Heute Spaß, Morgen Tod

A4

Vellocet
Armageddon

A5

Vellocet
Bere's A Warning

A6

Malinheads
Hoax

A7

Malinheads
Medical Fame

B1

Harnröhrer
Manchmal Hab Ich's Satt

B2

Marplots
Bombenterror

B3

Disaster Area
Skate Tonight

B4

The Voice
Teenage Nightmare

B5

Die Schlimmen Finger
Grießbrei

B6

Honkas
Das Lied Für Fritz

B7

The Waltons
Blitzkrieg Bop

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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.