Eisenpimmel: Sexmaschinen Tanken Super, LP (Vinyl)
Eisenpimmel: Sexmaschinen Tanken Super, LP (Vinyl)
€17.90
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Eisenpimmel
Sexmaschinen Tanken Super

  • LP (Vinyl)
  • Germany
Picture Disc, auf 200 handnummerierte Exemplare limitierte Starschnittedition (Teil 4)
  • Kaputte Jugend
  • (KJR 103 LP)
  • Plastic Bomb Records
  • 14 Tracks
  • no barcode
  • EX+ / EX+
  • virgin
  • neu und ungespielt, aber nicht verschweißt

tracks

A1

Prollmops

A2

Wie, Du Bist Schon Fertig? (Und Ich Fang Grad Erst An)

A3

(Mama) Jetzt Sind Wir Alle Verrückt

A4

Wir Müssen Hier Raus

A5

Malle Mallorca

A6

Mega Rotzky Superweib

A7

Ich Arsch Hab Mir Fleisch Gekauft

B1

Hör Auf Mit Dem Gewackel

B2

Grosse Gurke

B3

Gib Dem Kind Wat Auf Die Fresse

B4

Zu Viele Weiber, Zu Wenig Zeit

B5

Bullen In Der Abrissbirne

B6

Ein Schöner Satz Reifen

B7

Yo-Ging Hose

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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.