Ausbruch: Auf Alte Zeiten, LP (Vinyl)
Ausbruch: Auf Alte Zeiten, LP (Vinyl)
€14.90
Net price (incl. 19% VAT)

Ausbruch : Auf Alte Zeiten

  • LP (Vinyl)
  • Germany
mit Textblatt
  • Mad Butcher Classics
  • (MBC 089)
  • Bomb-All Records
  • (BA 035)
  • 13 Tracks
  • EAN 4250933601959
  • EX+ / EX+
  • virgin
  • new and unplayed but not sealed

tracks

A1

Banal

A2

Crazy Sable

A3

Die Freiheit

A4

Death By Hanging

A5

Kultur

A6

Happy In Our Hometown

B1

Summer Is Comming

B2

Wie Alle

B3

First Time

B4

Vorspiel

B5

Heart Of The City

B6

Quiet Cities

13

Talkin'bout Revolution

Written By

Credits

Bass
  • Hansel Dieken
Drum
  • René Fussen
Guitar
  • Günther Fussen
Harmonica
  • Peter Buschen
Saxophone
  • Peter Buschen
Vocals
  • Gerd Müller

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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.
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