Kommando Sonne-Nmilch: Pfingsten, LP (Vinyl)
Kommando Sonne-Nmilch: Pfingsten, LP (Vinyl)
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Kommando Sonne-Nmilch
Pfingsten
  • LP (Vinyl)
  • Germany
  • Major Label (2)
  • (ML040)
  • 15 Tracks
  • EAN 4250137251554
  • M / M
  • virgin

tracks

Tzatziki

A1

Grunz-Rauch

A2

Cocktails

A3

Galgenbauer

A4

Bubenglück

A5

Pohl Hat's Gerettet

A6

Sattelitenhirte

A7

Eingemeinden

Sirtaki

B1

Meine Schwester

B2

Das Spiegelei

B3

Wenn Was Umfällt

B4

Habichtseier

B5

Starr In Der Sonne

B6

Was Ist Leben

B7

Laura: Lawinengefahr

B8

Die Unke

Credits

Artwork
  • Champagneruschi
Bass
  • Ronnie Henseler
Guitar
  • Ronnie Henseler
  • Alex Tsitsigias
  • Andreas Ness
Music by
Drums
  • Alex Tsitsigias
Rattle
  • Alex Tsitsigias
Mastered by
  • Chris von Rautenkranz
Producer
  • Kommando Sonne-Nmilch
  • Ronnie Henseler
Vocals
  • Suselios
  • Jens Rachut
Lyrics by
Written by

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€14.90
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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.