Knochenfabrik: Ameisenstaat, LP (Vinyl)
Knochenfabrik: Ameisenstaat, LP (Vinyl)
€14.90
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Knochenfabrik
Ameisenstaat
  • LP (Vinyl)
  • Germany
reissue, limited edition on yellow vinyl
  • Plastic Bomb Records
  • (none)
  • 23 Tracks
  • EAN 4250137207872
  • EX+ / EX+
  • virgin

tracks

A1

Ameisenstaat

A2

Was Ist Bloß Passiert?

A3

Grüne Haare

A4

Meine Revolution

A5

Der Neugierige Nachbar

A6

Glücklich

A7

Im Fadenkreuz

A8

Filmriss

A9

Nie Im Leben

A10

Die The Mick Joggers

A11

Obdachlos & Trotzdem Sexy

A12

Der Jüngste Tag

B1

Knochenfabrik

B2

Frühstückspause

B3

Dein Testament

B4

Es Ist Schade

B5

Notruf

B6

Scheiß Zivildienst

B7

Kleingeld

B8

Zurück An Land

B9

Bring Dich Um

B10

Ich Hör Dir Nicht Zu

B11

Fickensaufenschalkeoi!

Credits

Bass
  • Hasan Onay
Vocals
  • Hasan Onay
  • Achim Lauber
  • Claus Lüer
Drums
  • Achim Lauber
Guitar
  • Claus Lüer
Recorded by
  • Bolle
  • Oliver Berger
Mixed by
  • Bolle
  • Oliver Berger

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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.