Ausbruch: Zahn Der Zeit, LP (Vinyl)
Ausbruch: Zahn Der Zeit, LP (Vinyl)
€12.90
Net price (not subject to VAT §25a UStG)

Ausbruch
Zahn Der Zeit

  • LP (Vinyl)
  • Germany
mit Textblatt und Download Code
  • Twisted Chords
  • (TC147)
  • 12 Tracks
  • EAN 4250137212807
  • heavy item (250g)
  • EX / EX
  • used

tracks

A1

Heiliger Krieg

A2

Knastgebet

A3

Was Wollt Ihr?

A4

Willkommen In Deutschland

A4

Eure Welt

A5

Zahn Der Zeit

A6

Ratten

B1

Nehmt Euch In Acht

B2

Nicht Verstehen

B3

Nur Für Eine Nacht

Vocals
  • Ramonah Lenz
Written By
B4

Zeit Bleibt Nicht Stehen

B5

No Mercy

Other
  • Sasha Sirovica
B6

Zu Viele Nazis

Credits

Bass
  • Hansel Dieken
Cover
  • Christian Schmalohr
Design
  • Christian Schmalohr
Drums
  • René Fussen
Guitar
  • Günther Fussen
  • Harti
Mastered By
  • Toshi Trebess
Recorded By
  • Sasha Sirovica
Vocals
  • Gerd Müller
Written By

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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.