Die Schwarzen Schafe: Auf Der Suche Nach Dem Licht, LP (Vinyl)
Die Schwarzen Schafe: Auf Der Suche Nach Dem Licht, LP (Vinyl)
Die Schwarzen Schafe: Auf Der Suche Nach Dem Licht, LP (Vinyl)
€14.90
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Die Schwarzen Schafe
Auf Der Suche Nach Dem Licht
  • LP (Vinyl)
  • Germany
rotes Vinyl, mit Einlageblatt
  • Plastic Bomb Records
  • (PBR 044)
  • East Side Records (9)
  • (EAST 019)
  • 13 Tracks
  • EAN 4260030886449
  • EX+ / EX+
  • used

tracks

A1

Zu Spät

A2

So Lang Dabei

A3

Walter

A4

Angst

A5

Sokrates

A6

Du Bist Nicht Allein

B1

Abschied

Lyrics by
B2

Rote Sterne

Music by
B3

Platon

B4

Schwarze Hochzeit

Lyrics by
B5

Amok

B6

Kranker Geist

B7

Ich Such In Der Nacht

Credits

Artwork
  • Martin Mäusezahl
Bass
  • Andreas Jahn
  • Olaf Neugebauer
Drums
  • Michael Will
Guitar
  • Jörg Lukausky
  • Kathleen Zabel
  • Lucas Flasch
Vocals
  • Lucas Flasch
  • Armin Heitmann
  • Jana
Lyrics by
Mastered by
  • Michael Schwabe
  • SST
  • K SST
Music by
Photography
  • L. Suvervil
Producer
  • Max Stamm

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Human Abfall bestehen seit Herbst 2011 aus Menschen, die an unwirtlichen Orten wie Stuttgart und Berlin leben müssen – den Städten der Verachteten, wo wirklich niemand auch nur mal für eine halbe Stunde tot über dem Nachbarszaun hängen möchte. Trotz oder gerade wegen des unumstößlichen Molochs ihres Lebensraumes sind alle Augen und das Interesse der Öffentlichkeit auf die zurzeit, sagen wir, eigenständigste Punkband des Erdballs gerichtet. Das anziehende Soundgerüst besteht aus einem noisigen Gitarrensound mit knarzigen, dem Wave zugewandten Bassläufen und einem zielsetzend, minimalistisch scheppernden Schlagzeugbeat. Die Musik der Gruppe Human Abfall äußert sich in technikschwerem Rhythmus und ist mehr dystopische Stimmungsmalerei als einfach nur eindringliche Melodie. In den Texten werden Gefühle, Alltagsgegenstände, Zustände widergespiegelt und auf ein eindringliches Minimum reduziert. Keine Betroffenheit - denn über dieses Stadium sind Human Abfall längst schon hinaus. Der Sänger mit verirrt finsterer Miene verpackt den sperrigen Postpunk (nicht unähnlich Grauzone oder Campingsex) in Früh-80er-Deutschpunk (à la Mittagspause und S.Y.P.H.) mit verbraucht doppelbödigen Texten und schafft es trotz wutentbrannten, manisch wiederholten Dada-Parolen stets, dem Hörer eigene Bezüge zu persönlichen Realitäten zu entlocken. Individuen abstoßende, kafkaeske Erzählart verwoben mit den existenzialistischen Wirren des modernen Lebens in der Kampfzone des digitalen Kapitalismus wird wieder und wieder auf das Wesentliche verknappt. Von Stück zu Stück der Schallplatte entsteht der klaustrophobische Eindruck, ein Kurt Schwitters habe seine Schere an den literarischen Werken Jean-Paul Sartres, Simone de Beauvoirs, Albert Camus’ und Gabriel Marcels angesetzt, um die Collage der immer wiederkehrenden Textbausteine mit Hammer und Nagel dem Zeitgeist anzuheften. Eine ganz eigene Erzählart entsteht, weder literarisch noch musikalisch – mehr wie Armdrücken gegen die Wand. Man spürt die Stadt, den Beton, den Dreck. Man spürt den Teil der Gesellschaft über den niemand gerne redet. Vielleicht könnte man verkürzt sagen: Was Dürrenmatt für die Literatur, sind Human Abfall für die Musik.